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Ausgabe I/2010
… na? Was meinen Sie? Der erste Teil der gleich folgenden Erkenntnis wird Sie vermutlich nicht unbedingt vom Hocker hauen. Aber der zweite vielleicht, denn der hat es in sich. Er hat weit reichende Konsequenzen sowohl für uns als Einzelpersonen wie auch für die Systeme, innerhalb derer wir uns bewegen. Also los:
“Effektivität ist, wenn jeder tut, was er am besten kann.
Und die anderen ihn machen lassen.”
Aha, die anderen also machen lassen. Wenn das auch für einen selbst gilt, dann muss man ja die anderen … das heißt ja, dass ich nicht … dass die anderen … au weia!
Gefunden hab´ ich diese entwaffnende Weisheit im Wirtschaftsmagazin brand eins, in der Septemberausgabe 2009, auf Seite 69, in einem Bericht über zwei kleine Düsseldorfer Werbeagenturen. Die haben gemeinsam etwas geschafft, was sie jeweils alleine nie hätten erreichen können. Nämlich einen fetten Auftrag zu akquirieren. Einen richtig fetten!
Die zwei mal zwei Geschäftsführer der beiden Agenturen stellte das konkrete Arbeiten für das Projekt alsbald vor eine ungeahnte Herausforderung. Die Zuständigkeiten hatten sie noch leicht und einfach ihren jeweiligen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend untereinander verteilt. Die eigentliche Herausforderung kam erst danach: Die Größe des Auftrags nahm jeden der vier sehr schnell so in Beschlag, dass keiner mehr Kapazität hatte, auch nur einem der drei anderen auf die Finger zu schauen.
Oh oh! Andere tatsächlich machen lassen? Sie die Dinge so anpacken lassen, wie sie selber meinen, dass es richtig ist? Und zu vertrauen, dass es am Ende auch noch funktioniert und das Gesamtvorhaben nach vorne bringt? Oh oh …
… ist keine neue Vorlage des Bundesinnenministers in Ausübung seiner Zuständigkeit für die Sicherheit von uns Bürgern, keine Bange. Das Spiegelgesetz, das ich Ihnen vorstelle und anzuwenden empfehle, hat mit Weltsicht und Kontakt, mit Zwischenmenschlichem und Kommunikation zu tun. Es sind Gedanken, die ich mal (wenn ich mich richtig erinnere) bei dem englischen Mystiker Stuart Wilde gelesen habe (möglicherweise in „Wunder – Eine Anleitung in sieben Schritten“; ich finde das Buch gerade nicht, sorry).
Und, bitte, tun Sie diese vier Thesen nicht einfach als abgehobene Besserwisserei oder esoterisches Gewäsch ab. Probieren Sie sie in Ruhe aus. Am besten am Beispiel eines Menschen, den Sie gerade besonders mögen oder – wenn Sie es gerne extra herausfordernd mögen – den Sie besonders ablehnen. Ich wünsche Ihnen erkenntnisreiche Experimente!
1. Spiegelgesetz
Alles, was mich am anderen stört, aufregt, in Wut geraten lässt und was ich anders haben will, habe ich selbst in mir.
Alles, was ich am anderen kritisiere und bekämpfe oder verändern will, kritisiere und bekämpfe oder unterdrücke ich in Wahrheit in mir und hätte es gern anders.
2. Spiegelgesetz
Alles, was der andere an mir kritisiert, bekämpft und verändern will, betrifft, sofern er mich verletzt, mich selbst, da dies in mir noch nicht erlöst und mein Ego beleidigt ist.
3. Spiegelgesetz
Alles, was der andere an mir kritisiert, bekämpft, mir vorwirft und anders haben will, ist – sofern dies mich nicht berührt oder nicht verunsichert und nicht an mir selbst zweifeln lässt – sein eigenes Bild, sein eigener Charakter, seine Unzulänglichkeit, die er auf mich projiziert.
4. Spiegelgesetz
Alles, was mir am anderen gefällt, was ich an ihm liebe, bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe dies im anderen.
Ich erkenne mich selbst im anderen, wir sind in diesem Punkt eins.
Ich bin, was ich bin und das ist meine Entwicklung.
Was andere von mir wahrnehmen, ist Teil ihrer Entwicklung.
… als Ihr Geld in Garantie-Erweiterungen anzulegen. So in etwa klingt das Fazit, das ich aus meinen Erfahrungen ziehe. Hier ist ein weiteres:
“In der Regel raten wir vom Erwerb von Garantie-Erweiterungen und Zusatzversicherungen ab. Denn die Kosten stehen gerade bei günstigen Elektronikgeräten meist in keinem Verhältnis zur tatsächlich gebotenen Leistung.” So zitierte das Nachrichtenportal pressetext die Stiftung Warentest kurz vor Weihnachten. Weil der Washington Post zufolge Marktforscher dem Geschäft mit dem Sicherheitsbedürfnis eine Steigerung von zehn Prozent vorausgesagt hatten.
Damit wir in diesem noch jungen Jahr auch wissen, was wir tun (falls wir es tun): Garantie-Erweiterungen decken meistens weder Verschleißerscheinungen ab noch Schäden, die durch eigene Unachtsamkeit entstanden sind. Vom Wertverlust – gerade bei Technik ein nicht unwesentlicher Aspekt – ganz zu schweigen: Ist die Reparatur teurer als der Zeitwert des Geräts bei Eintritt des Schadens, bleibt uns nichts anderes übrig, als einen wirtschaftlichen Totalschaden zu verbuchen.
Das mit dem Sicherheitsbedürfnis sollten wir doch noch mal überdenken.
… ist als Titel nach meinem Geschmack etwas zu reißerisch geraten für den Band, den der Schweizer Allinti Verlag im Herbst 2009 vorgelegt hat. Andererseits gehört Klappern natürlich zum Handwerk. Sehen wir es den Eidgenossen einfach nach und freuen uns an dem erhellenden Untertitel: „Durch Trance die inneren Bilder der Erotik erweitern“. Wobei mit „Trance“ nicht entrücktes Verzücktsein gemeint ist, sondern ein Zustand, in dem Zeit und Raum unbemerkt in den Hintergrund getreten sind. Wie beim Auto fahren, wenn Sie überrascht bemerken, dass Sie schon fast am Ziel sind, gerade eben aber noch viele Kilometer weit weg waren.
Ein gesundes, erfüllendes Sexleben – ich fasse also ein Thema an, das normalerweise im Business tabu ist. Der nach Erfolg strebende Mensch unterhält sich gerne und ausgiebig darüber, wie wichtig gute Ernährung und reichlich Bewegung und anregende Bücher und dies und jenes sind. Über erfüllte und erfüllende Erotik zu sprechen, ist in der Regel zu privat, zu heiß, zu besetzt mit Angst Unverständnis, Schimpf und Schande.
Okay. Sind doch alles gute Gründe, Sie auf „Das Geheimnis der Erotik“ hinzuweisen. Es ist nämlich ein Buch für die Praxis. Ein Text- und Bildband zum Ausprobieren. Weil die Bilder in ihrer gewagt-ästhetischen Freizügigkeit wirkungsvoll sind und die Trance-Geschichten zum Tagträumen einladen. Sich selbst oder den Partner durch meditatives, von vielen Pausen durchzogenes Vorlesen. Eine Art geführte Meditation also, mundgerecht aufbereitet.
Meine Einschätzung: kein Werk mit literarischem Tiefgang, aber Inspiration für offene Männer und Frauen, die sich einen erwachsenen Umgang mit Sex und Eros gönnen (wollen). Und das zu einem Preis, der, gemessen an der Aufmachung des Bandes, positiv überrascht.
Karin Kastner, Walo Thönen:
„Das Geheimnis der Erotik“, St. Gallen 2009, (in Deutschland) EUR 22,95
… und einige ihrer Ergebnisse anzuschauen, kann freudvoll und erhellend sein. Wie das Projekt Piano Stairs zeigt: http://www.youtube.com/watch?v=2lXh2n0aPyw&feature=player_embedded
Meine allerbesten Wünsche für Ihr 2010 !! !! !!
Robert Heeß
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... von vordringlicher Wichtigkeit – allein, sie muss in der rechten Haltung und im rechten Bewusstsein getan werden, dann ist sie so fruchtbar wie jede Meditation es zu sein vermag.”
Sri Aurobindo
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